Was sabotiert uns, wenn wir einmal den Entschluss gefasst haben uns in Topform zu bringen und richtig durchstarten zu wollen? Es ist fast immer das gleiche: Erst läuft eine Zeit lang alles nach Plan, dann verläuft die anfängliche „Disziplin“ auf wundersame Weise im Sande. Abgesehen von mangelnder Eigenmotivation und der oftmals falsch gewählten Strategie, ist ebenso oft das Umfeld am Erfolg hinderlich.

Ein gesunder Lebensstil stößt nicht überall sofort auf Akzeptanz: Du verzichtest auf Alkohol und man bezeichnet dich als Spaßbremse? Man nennt dich einen Langweiler, weil du um 23 Uhr schlafen möchtest? Dein Trainingsehrgeiz ist krankhaft, nur weil du mehrfach wöchentlich trainierst und dies vor anderen Aktivitäten zur Priorität machst? Mit Sicherheit hat jeder schon einmal mehr oder weniger Erfahrung mit solchen Aussagen gemacht.

Veränderungen machen vielen Menschen Angst, auch wenn sie selber nur passiv betroffen sind. Oft ist es die Konfrontation oder das Bewusstmachen des eigenen Mangels an Disziplin, das einige Menschen dazu bringt sich negativ zu äußern. Manche fühlen sich dadurch sogar persönlich beleidigt: „Wie, du trinkst heute Abend nicht? Es ist doch heute mein Geburtstag, das kannst du mir doch nicht antun!“ oder „Ich hab den Kuchen extra für dich gebacken!“.

Ist es wirklich die Ausnahme? Oder nur eine Ausrede? Wichtig ist zu hinterfragen, ob sich das Ausbrechen lohnt. Wenn man vorher schon weiß, dass man es später bereuen wird, dann sollte die Entscheidung klar sein. Auch sollte man sich fragen, ob diejenigen, die uns von unserem Weg abbringen wollen, diejenigen sind, zu denen wir aufblicken. Wieso sollte man sich von jemandem zum Alkoholkonsum überreden lassen, dessen Freizeitgestaltung hauptsächlich aus „geselligem Beisammensein“ besteht? Wieso sollte man Anmerkungen zur Ernährung von jemandem annehmen, dessen Körper nicht die Form hat, die wir anstreben?

Die Ironie dabei ist, dass sich viele wünschen das Gleiche was du schaffst auch selbst zu erreichen. Irgendwann jedenfalls einmal, wenn es gerade zeitlich passt. Wenn der beste Freund oder Partner plötzlich „einen auf gesund macht“ sieht man sich unterschwellig gezwungen mitzuziehen – nur kommt das immer so plötzlich und stets zum falschen Zeitpunkt…

Da fällt es vielen leichter zu kritisieren (bzw. zu sabotieren) als anzuerkennen, dass jemand ernsthaft ein gestecktes Ziel verfolgt. Hinzu kommt, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis neue Verhaltensweisen gelernt sind und akzeptiert werden. Irgendwann fragt niemand mehr, warum man nicht trinkt oder weshalb man statt der Pommes einen Salat als Beilage wählt. Die Kunst ist, bis hierhin durchzuhalten.

Bei unseren Personal Training Kunden ist es nicht anders: Oft werden soziale Zwänge als Ausrede genutzt, das eigene Vorhaben zu sabotieren. „Ich muss aber spätabends noch mit meiner Freundin telefonieren“, „Mein Vater akzeptiert es nicht, wenn ich keine Kohlenhydrate esse.“… Teilweise werden wirklich haarsträubende Geschichten des Selbstbetrugs aufgetischt. Diejenigen hingegen, die nicht nach Ausreden suchen und stattdessen am Ball bleiben, haben Erfolg.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem das Umfeld die positiven Auswirkungen dieser „Einschränkungen“ auf den Körper wahrnimmt und darauf reagiert. Neider werden versuchen die Erfolge zu ignorieren oder schlecht zu machen, positive Menschen werden Lob äußern oder Bewunderung für das Erreichte zum Ausdruck bringen. Da viele insgeheim den Wunsch einer positiven Wandlung in sich tragen, wird sich so mancher dafür interessieren, wie man letztlich ans Ziel gekommen ist. Aus dem „Was soll das denn?“ wird plötzlich ein „Wow, wie hast du das nur geschafft?“. Wer beständig seinen Weg geht, der wird am Ende belohnt.

Was bleibt unterm Strich: Wir wollen schlank, attraktiv und fit sein. Wir wollen von anderen begehrt und bewundert werden, und uns gut fühlen. Mithalten können. Oder zumindest nicht mehr negativ auffallen. Dabei ist das Umfeld oft der Motor, der indirekt zur Veränderung anregt. Diejenigen, die auf dem Weg zu ihrer positiven Veränderung von Menschen in ihrem Umfeld Steine in den Weg gelegt bekommen, sollten nicht nur ihren Lebenswandel, sondern auch ihr Umfeld ändern.

Es gibt folgende Geschichte: Wenn man einen Eimer mit Krebsen über Nacht stehend lässt, sind am nächsten Tag noch alle Krebse da – jeder Krebs der über den Eimerrand ausbrechen will, wird von den anderen Krebsen wieder herunter gezogen. Lass dich nicht runter ziehen – meide „Krebse“ in deinem Umfeld wenn du es über den Eimerrand schaffen willst!