Kurz vorab sei gesagt: Ja, du wirst mit extremer Kalorienreduktion abnehmen! Vielleicht sogar viel!
ABER: Du wirst nahezu kein Fett verlieren, sondern aktives Körpergewebe, was du eigentlich behalten möchtest! Und am Ende stehst du trotz Gewichtsabnahme schlechter da als vorher. Und wirst alles wieder drauf bekommen – mehr sogar!

Eine der grundlegendsten Fehler ist die Annahme, dass der Verlust von Körpergewicht mit dem Verlust von Fettgewebe gleichzusetzen ist. Das ist NICHT der Fall! Vielfach ist die Anzeige der Körperwaage die Kontrollinstanz für den eigenen Fortschritt, dabei zeigt sie lediglich eine Veränderung des absoluten Körpergewichts an. Was nicht angezeigt wird, ist, ob man wirklich Fett, oder aktives Körpergewebe verloren hat.

Im Folgenden möchte ich (wenn auch sehr stark vereinfacht) aufklären, warum eine starke Kalorienreduktion (nachfolgendend Diät genannt) zu nicht nennenswertem Fettverlust führt und zwangsläufig mit dem Jojo-Effekt endet. Es ist essentiell zu verstehen, warum es physiologisch einfach unmöglich ist, auf diese Weise zum gewünschten Erfolg zu kommen. Wichtig zu begreifen, dass unser Körper lediglich auf „Erhaltung der eigenen Art“ – also Überleben – ausgerichtet ist, und nicht so funktioniert, wie wir es vielleicht gerne hätten.

Wenn der Nachschub extrem knapp wird, muss man unweigerlich von vorhandenen Ressourcen leben. Um mit diesen möglichst lange auszukommen, gibt es zwei Stellschrauben:
1.) Man muss versuchen mit dem zur Verfügung gestellten Nachschub hauszuhalten.
2.) Gleichzeitig muss man möglichst alles reduzieren, was viele Ressourcen aufbraucht.
Nur so ist ein Durchhalten möglich.

Hierzu eine Analogie aus dem Alltag:
In einer fünfköpfigen Familie mit zwei Verdienern verliert der Hauptverdiener plötzlich seinen Job. Das geregelte Einkommen ist deutlich reduziert. Alle müssen aber weiterhin essen, die Miete für das Haus muss bezahlt werden usw.. Zum Glück hat die Familie ein kleines Guthaben bei der Bank. Da aber unklar ist, wann und ob man wieder einen Job findet, will die Familie nur im Notfall auf die Ressourcen zurückgreifen – das hält schließlich nicht ewig!

In ihrer Not sind sie gezwungen aus dem Haus in eine kleinere Wohnung zu ziehen und so die monatliche Kostenbelastung deutlich zu reduzieren. Um die Kosten weiter zu senken trennen sie sich ebenfalls von einem der Autos. Mit der reduzierten Kostenbelastung hat die Familie nun zwar weniger Sorgen, muss aber trotzdem noch monatlich einen kleinen Betrag vom Bankguthaben abheben, um den reduzierten Standard halten zu können. Um länger durchzuhalten bliebe ihnen also nur, die Kosten weiter zu senken…

Nach einer Zeit findet der Hauptverdiener einen neuen Job – das monatliche Einkommen steigt wieder auf das alte Niveau! Da die Familie nun in einer kleineren Wohnung lebt und ein Auto weniger hat benötigt sie nun viel weniger Geld als vorher. Geprägt von schwierigen Zeiten investiert die Familie aber nicht direkt in ein größeres Haus und ein weiteres Auto, sondern bleibt erst einmal bei dem Lebensstandard, an den man sich nun gewöhnt hat und füllt erstmal das Bankguthaben auf. Aus Angst vor einem erneuten Jobverlust wird das Guthaben deutlich aufstockt, bevor die Familie bereit ist zum alten Lebensstandard zurückzukehren. Schließlich muss man sich absichern!

Was hat die Geschichte nun mit dem Körper und dem Jojo-Effekt zu tun?

Das Einkommen der Familie steht für deine Nährstoffzufuhr, die laufenden Kosten für deinen Energiebedarf, die Wohnung bzw. das Haus als Hauptkostenfaktor für deinen Körper, der Verkauf des Autos für die Verlangsamung des Stoffwechsels und das Bankguthaben für dein überschüssiges Körperfett.

Wenn man deutlich weniger Nährstoffe konsumiert als man benötigt, muss der Körper trotzdem das Überleben sichern. Mit den Optimierungsmöglichkeiten, die er hat (bestmögliches Haushalten und Bedarfsreduktion), trennt er sich entgegen der eigentlichen Diät-Intention primär von dem, was am meisten Energie bzw. Nährstoffe benötigt: Muskelgewebe und Knochen. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel im Sinne eines „bestmöglichen Haushaltens“ verlangsamt.

Wenn die Diät (selbstauferlegte Hungersnot) vorbei ist, dann heißt es: Bunkern für schlechte Zeiten! Schließlich weiß der Körper nicht, wann die nächste Hungersnot ausbricht bzw. die nächste Radikaldiät ansteht… Das, was früher als „normale Nahrungszufuhr“ galt ist durch verlangsamten Stoffwechsel und durch den Verlust von aktivem Körpergewebe (reduzierter Bedarf) plötzlich zum Überschuss geworden. Und man bildet zwangsläufig zusätzliche Fettpolster.

Wer multiple Diätversuche mit Abnehmen und erneuter Gewichtszunahme durchlaufen hat, hat eine deutliche Veränderung der Körperzusammensetzung und des Hormonsystems bewirkt. Diäten verhindern die ausbalancierte Nährstoffversorgung, die der Körper benötigt. Mit jeder Diät erlebt der Körper eine kleine Hungersnot und beginnt Stoffwechselfunktionen zu verlangsamen um die Erhaltung des aktiven Körpergewebes sicherzustellen. Je drastischer die Diät bzw. Kalorieneinschränkung, desto größer der Schaden.

Jeder, der an einer Optimierung der Körperzusammensetzung interessiert ist und über eine Veränderung der Ernährung nachdenkt, der sollte sich also vor Augen führen, dass eine drastische Reduktion der Energiezufuhr niemals zum gewünschten Fettverlust führen wird.

Höchstwahrscheinlich kann jeder mindestens eine Person nennen, die in dieser Endlosschleife aus Diäten und Nicht-Erfolg gefangen ist. Im persönlichen Umfeld ist mir diesbezüglich die Aussage einer Freundin im Gedächtnis geblieben, die sehr treffend das Ergebnis ihres „Punkte-zählen-Diät-Programms“ zusammenfasst: „Jetzt bin ich nur noch 1kg von meinem Wunschgewicht entfernt, aber ich sehe bei weitem nicht so aus, wie ich mir das vorgestellt habe!“

Reines Abnehmen führt also nicht zwangsläufig zur optischen Veränderung, die alle anstreben. Nur ein Körper der dauerhaft mit ausreichend Energie und den richtigen Nährstoffen versorgt wird, wird aktives Körpergewebe aufbauen und gleichzeitig Fettgewebe reduzieren.

Wir raten unseren Kunden: Niemand kann sehen, was deine Waage anzeigt. Die Leute können dich sehen, nicht deine Waage. Warum ist dann die Waage wichtig? Wenn du in den Spiegel blickst und dir gefällt, was du siehst, dann interessiert es dich überhaupt nicht mehr, was deine Waage anzeigt. Fokussiere dich also auf die positive Veränderung deines Erscheinungsbildes, nicht auf die Waage. Das kann auch bedeuten, dass du dein absolutes Gewicht vielleicht gar nicht veränderst, trotzdem eine dramatische Veränderung deiner Körperzusammensetzung für eine großartige Veränderung des Erscheinungsbildes sorgt. Muskeln sind schwerer als Fett – Gewichtsverlust ist nicht gleich Fettverlust!

Dies wurde sehr schön von einer Teilnehmerin unserer Ladies Fitness Academy untermauert, die feststellte: „Ich bin so schwer wie noch nie zuvor in meinem Leben, aber endlich schlackert die Hose!“

Muskulatur gibt dem Körper die Form, die Menge an Fett darüber entscheidet, wie viel von dieser Form zu sehen ist! In diesem Sinne empfehlen wir allen, die an einer Optimierung der Körperzusammensetzung interessiert sind, ihren Körper bestmöglich mit ausreichend Baumaterial und Treibstoff zu versorgen, um ihm die Möglichkeit zu geben die gewünschten Veränderungen herbeizuführen. Nur ein ausreichend versorgter Körper ist gesund, leistungsfähig und sieht dementsprechend aus!